E10 heißt der neue Sprit und unser Auto darf das. Steht da. wobei die 2-Liter-Maschine kein E10 darf, unser 1,8er aber schon *grübel*
Aus Kostengründen habe ich das neulich auch getan. Aber irgendwie rechnet sich das nicht. Denn:
Bei 110 brummt der Motor so laut als würde man 140 fahren. Bei 110 fällt die Tanknadel so schnell als würde man 170 fahren.
Nun ist der Sprit sowieso so teuer, dass ich mir jede Fahrt 3 Mal überlege und so habe ich noch Zeit darüber nachzudenken ob es nun teurer kommt, SuperPlus zu tanken zum Mehrpreis (ich glaube das gibts an unserer Stammtankstelle gar nicht) oder E10 zu tanken und damit mehr zu verbrauchen.
So oder so. Es ist Scheiße. Zuerst will ich das “normale” Super wieder haben und langfristig ein neues Auto. Einen Diesel diesmal.



Aus der schwedischen Erfahrung heraus würde ich sagen, dass du den Sprit vielleicht noch schätzen lernen wirst. Hier ist E85 üblich, und es gibt steuerlich begünstigte Autos, deren Schläuche und Zündsysteme dafür ausgelegt wurden, jeden Ethanolanteil bis 85% zu verbrennen. Das soll eigentlich der Umwelt nutzen, unterliegt aber v.a. den Marktgesetzen: ist Benzin teuer, wird E85 gekauft, weil dessen Preis langsamer wächst und es trotz höheren Verbrauchs billiger ist. Ist Benzin billig, verkauft sich E85 schlecht.
Da der Spritpreis derzeit ansteigt, kann sich E10 dann vielleicht lohnen.
Auch ne Variante: gemischt tanken. Wenn du nicht jedes mal volltankst, zwischendrin immer mal wieder “normal” tanken.
Von: Fabian am 25. Februar 2011
um 12:45
da bin ich aber froh, dass ich im Land der Umweltschweine lebe…Sprit ist hier immernoch total billig, auch wenn die Amis das nicht so sehen.
Wie waer’s mit ‘nem Hybrid? Das ueberleg ich mir grade.
Von: Anika am 25. Februar 2011
um 14:42
über Hybrid habe ich noch nie nachgedacht. Nen neues Auto ist derzeit eh ein Wunschtraum und nicht greifbare Realität.
Fahren tut unser Auto ja, es hat zwar schon einige Macken, ist aber mittlerweile auch über 10 Jahre alt. Nur hat es eine deutliche Macke: es schluckt Sprit, besonders jetzt mit E10-Plörre.
Fabian: aufs Mischen wirds hinauslaufen, denke ich.
E85 ist hier nicht sonderlich verbreitet, ich musste mich da gerade mal einlesen. Auf den ersten Blick scheint das nix für uns zu sein. Erstens muss man da schon drauf achten dass der E85-Anteil im Tank nicht zu hoch ist, zweitens denke ich, dass unser “altes” Auto da Probleme kriegen könnte. Der röhrt ja schon bei E10 deutlich lauter bei weniger Leistung.
Von: Blogolade am 25. Februar 2011
um 18:17
Ich wollte E85 auch nicht vorschlagen, denn 85% Ethanol verträgt ein auf normales Benzin ausgelegter Motor nicht. Die Autos hier in Schweden sind zwar im Prinzip genauso wie sonst überall, aber haben entsprechende eingestellte Zündanlagen, die sich anpassen können.
Ich finde es schon erstaunlich, dass dein Auto schon 10% Ethanol nicht gut verträgt. Ich dachte eigentlich, dass ein normales Auto das ganz gut wegsteckt. Immerhin wird Super ja schon seit einiger Zeit 5% Ethanol zugemischt. Dass 5% mehr so einen großen Unterschied machen, ist bemerkenswert. Vielleicht kann da die Werkstatt schauen, ob alles in Ordnung ist.
Ich würde bei einem neuen Auto auf Flexibilität schauen, denn der Ölpreis wird langfristig nicht sinken. Rapsöltaugliche Diesel oder Gasautos können da eine Alternative sein.
Von: Fabian am 25. Februar 2011
um 21:15
Beim nächsten Auto ist sicher, dass er Diesel trinken soll. Ich wäre noch dafür, dass er zusätzlich mit Erdgas fährt. Noch cooler wäre Strom oder was ganz alternatives aber ich denke das muss sich noch einige Jahre entwickeln bevor das Thema serienreif ist.
Afaik kommt man bei serienreifen Systemen noch nicht zu 100% ohne “richtigen” Sprit aus, oder? Zum Anlassen/warmwerdne brauchen die erst noch Benzin oder Diesel wenn ich da noch auf dem neuesten Stand bin.
Der nächste Besuch in der Familienwerkstatt ist vermutlich im April aber da das Auto Weihnachten erst grundüberholt wurde, denke ich nicht dass da mehr zu finden ist. Da gibt es so ein Gestänge, wenn das rausrutscht bringt der Motor nicht mehr 120 PS Leistung sondern nur noch ca 80. Leider rutscht das immer wieder raus, warum auch immer. Wir hatten für luxuriöse 300km nach Weihnachten die volle Leistung, dann wars wieder passé. Mit dem E10 ist es nun noch schlimmer, scheint mir. In wiefern da ein Zusammenhang besteht, kann ich aber nicht sagen.
Von: Blogolade am 26. Februar 2011
um 06:47
Bei Ethanol ist es anscheinend noch nicht möglich, zu 100% damit zu fahren. Die Eigenschaften sind da nicht gut genug. Daher sind es bei E85 auch nur 85%. Früher war es ein Problem bei kalten Temperaturen, aber das wurde mittlerweile durch entsprechende Zusätze behoben. Hier in Schweden ist E85 also ein vollwertiger Spritersatz für entsprechend ausgerüstete Autos, der sich eben nur durch höhere Verbrauchswerte auszeichnet (und die Abgase riechen anders).
Wie das mit biodieseltauglichen Autos ist, weiß ich nicht. Erdgas ist anscheinend auch ein vollwertiger und billiger Ersatz, aber die Tanks sind recht voluminös.
Von: Fabian am 26. Februar 2011
um 09:56
Die Einführung dieses E10 erfolgte bei uns irgendwie still und heimlich. Plötzlich war “unser” Sprit weg und da war dann dieses E10. Ohne Erklärung ohne irgendwas.
Woher weiß ich denn nun, ob unser altes Auto dieses E10 verkraftet? Und wird das dann wirklich lauter und wir schaffen mit E10 nicht mehr so viele Kilometer?
Fragen über Fragen… keiner scheint an den Verbraucher zu denken…
Von: Papa Bodehase am 26. Februar 2011
um 10:13
ich glaube, das ist einfach wieder so eine neue scheißidee um uns das geld aus der tasche zu ziehen. ätzend, oder?
schönen samstag, katerwolf
Von: katerwolf am 26. Februar 2011
um 10:24
Papa Bodehase: ich habe im Artikel oben eine Seite verlinkt wo man die Tauglichkeit des Autos nachschauen kann. Im Zweifel ruf beim Hersteller an aber tank nicht auf gut Glück E10, nicht jeder Motor kommt so “gut” damit klar wie unserer^
Fabian: Biodiesel mag ja günstig sein, aber es ist sowas von eklig hinter so einem Auto hinterher zu fahren. Wie eine Pommesbude stinkts.
Zumindest bei älteren Autos war es auch ein Problem dass der Biodiesel zu agressiv war und die Leitungen und Dichtungen angegriffen hat. Vielleicht sind die bei neueren Fahrzeugen stabiler, das weiß ich nicht. Jedenfalls würde ich keinen Biodiesel tanken, außer der Fahrzeughersteller empfiehlt es ausdrücklich.
Katerwolf: allerdings diesmal nicht von den Mineralölkonzernen ausgehend. Außer es wären mal wieder ordentliche Schmiergelder geflossen, was ja nicht auszuschließen ist. Unsere Regierung empfinde ich regelmäßig als käuflich.
Dir auch einen schönen Samstag
Von: Blogolade am 26. Februar 2011
um 10:32
Danke für den Hinweis. Das kleine verlinkte Wörtchen sah ich erst auf den dritten Blick
Leider ist unsere alte Mühle auf der Seite nicht erwähnt. Geht also vermutlich nicht. Aber ich denke, wir fragen mal beim Hersteller an…. ist sicher auch interessant, wie die auf solche Kundenanfragen reagieren.
Von: Papa Bodehase am 26. Februar 2011
um 11:00
Viel Erfolg, kannst ja mal berichten was die sagen
Von: Blogolade am 26. Februar 2011
um 12:00
das bin ich auch gerade am grübeln, weil im april muss ein neuer (gebrauchter) her
benziner? diesel? wat auch immer
Von: engelchenfiona am 26. Februar 2011
um 18:11
Wenn du die Wahl hast, rechne dir aus ob sich ein Diesel lohnt. Und falls du jetzt einen Benziner hast, schau lieber nach ob der das neue Gesöff darf. Eben kam in den Nachrichten dass die Autos, die das nicht vertragen, sehr sehr schnell einen Motorschaden bekommen wenn man nur einmal das falsche tankt.
Von: Blogolade am 26. Februar 2011
um 18:45
Edit: ich habs mal beim ADAC nachgelesen. Falls jemand E10 getankt hat und das eigentlich nicht darf: Blos nicht den Motor anlassen, das Zeug muss abgesaugt werden und darf nicht in den Kreislauf gelangen sonst gibts direkt nen Motorschaden.
Interessant, es sind ja “nur” 5% mehr als vorher, die machen also dann doch schon einen Motorschaden aus. (und laut ADAC angeblich nur 1,5% Mehrverbrauch an Sprit, ohne das ausgerechnet zu haben bin ich mir sehr sicher, dass unser Auto da mehr verbraucht als 1,5% mehr.)
Von: Blogolade am 26. Februar 2011
um 19:28
@Blogolade: der Gestank ist der Preis, den man wohl dafür zahlt
@katerwolf: in dem Fall wohl kaum. Das Ganze soll die Abhängigkeit vom Mineralöl verringern. Ethanol hat keine so große Lobby.
@Papa Bodehase: beim ADAC gibt es auch Infos:
http://www.adac.de/infotestrat/tanken-kraftstoffe-und-antrieb/benzin-und-diesel/e10/default.aspx
Allgemein dürften alte Autos eher damit klarkommen, weil bei denen die Motoren weniger kompliziert sind. Da sind es dann anscheinend eher die Schläuche, die eventuell Probleme machen.
Übrigens: auch dem Diesel wird schon 5% Biosprit beigemischt, und das ist vermutlich nicht die letzte Stufe.
Ob das der schlaueste Weg ist, die Abhängigkeit vom Öl zu verringern, weiß ich nicht. Der schwedische Weg scheint mir attraktiver in der Hinsicht, weil hierdurch beträchtliche Teile der Fahrzeugflotte nun auch Ethanol tanken könne. Ökologisch ist das Ganze ohnehin fragwürdig, weil bei der Herstellung Lebensmittelpflanzen verwendet werden und nicht sicher ist, dass dabei nicht mehr Energie hineingesteckt wird als hinterher rauskommt.
Von: Fabian am 27. Februar 2011
um 10:41
[...] als Schnäppchen kann man so den neuen Treibstoff kaum empfinden. Zudem sind Autos heilig, und die Unsicherheit über die Verträglichkeit des Stoffes kommt hier negativ hinzu. Kein Wunder also, dass alle lieber Super Plus [...]
Von: Das E10-Debakel und warum es sich in Schweden wohl nicht wiederholen wird | Delengkal Weblog am 4. März 2011
um 09:17
Diesel und Erdgas ist eine Kombination, die ich noch nie gesehen habe und auch fr unmöglich halte: Diesel funktionieren mit Selbstentzündung, das wird beim Gas nicht funktionieren.
Und Biodiesel ist auch ne aussterbende Gattung: das verträgt sich nicht mit serienmäßigen Rußfiltern (und Diesel ohne Rußfilter ist m.E. ein no-go); von ehemals rund 2000 Tankstellen, die den Rapsölsaft anboten, sind nur noch 200 bundesweit übrig. Es bleibt eine Alternative, den uralten Benz mit Frittenfett oder Öl aus dem Aldi zu befeuern (aber Saugdiesel haben halt eine Dynamik wie ein Traktor), wenn man das möchte.
Aber unser neuer Familien-Luxusvan aus dem Hause Peugeot braucht weniger Diesel als der alte Benz, mit dreimal soviel Leistung bei gleichem Hubraum…
Von: Wolfram am 12. März 2011
um 12:18