Verfasst von: Blogolade | 20. Februar 2012

Toleranz

Gestern abend blieb ich beim zappen auf Pro7 hängen. Die hatten diesmal kein Galileo sondern Tolerance day. Schöne Idee, hat mir gefallen. Ich durfte über den Nudisten schmunzeln, den fand ich lustig und ein bisschen beneide ich ihn um seine Freiheit. Danach kam eine Zeugen Jehovas Familie. Mir war gar nicht klar, wie anders die leben. Dass Selbstbefriedigung und andere Körperlichkeiten vor der Ehe nicht gestattet sind und “weggebetet” werden, fand ich bemerkenswert. Irgendwann zwischendrin war ich aber schon schockiert. Alle Familienmitglieder berichten frei raus, dass sie freiwillig da sind und es kein Problem sei, aus der Gemeinschaft auszutreten, wenn man nicht mehr Zeuge sein will. Die Mutter meinte, sie seien sehr tolerant, jeder dürfe die Glaubensgemeinschaft verlassen, wenn er will. Der Reporter fragte nach Konsequenzen und nach etwas rumdrucksen sagte sie, dass der Kontakt zum “verlorenen Schaf” dann sehr eingeschränkt bzw abgebrochen wird.

Alles klar, sehr tolerant. Jeder darf austreten, darf dann aber keinen Kontakt mehr zur Familie haben?

Ich weiß, warum ich nur auf dem Papier einer Religion angehöre. Diese ganzen Vereine sind mir suspekt. Einer mehr als der nächste. Aber wie sagte meine Mutter immer so schön? Jedem Tierchen sein Plaisierchen.

Und ihr? Seid ihr tolerant? Oder gibts Sachen, wo ihr kein Verständnis habt?


Antworten

  1. liebe Blogolade,
    hast Du Dir das Thema ausgerechnet für den heutigen Tag ausgesucht?
    .. Toll-eranz :-D

  2. oha, neee, nicht wirklich. Wobei meine Toleranz für den Karneval/Fasching/Fastnacht tatsächlich nicht (mehr) so groß ist. Es ist mehr ein überleben und auf Aschermittwoch freuen ;) Da hier das ganze Jahr über eine rosa gekleidete Prinzessin mit Krone, Flügeln und Zauberstab rumrennt, brauche ich das nicht noch potentiert :lol:

  3. So wie in dulden, so steckt auch in tolerare die Wurzel des doulos oder dolor, des Schmerzes.

    Die Jehova-Zeugen gehen ins Fernsehen? Das ist doch böse und teuflisch… hat es jedenfalls vor wenigen Jahren noch geheißen.

    Toleranz fordern ist immer leicht; aber Toleranz üben? Gerade die Jehova-Zeugen haben eine nervige Neigung, all das mit Unrat zu überkübeln, was nicht ihren Ansichten nachläuft.

  4. Diese Familie kam schon recht tolerant rüber. Naja, sagen wir so: sie hatten Respekt vor jedem. Der Vater sagte im Interview, dass er zunächst jedem Menschen den gleichen Respekt zollt. Wenn dieser Mensch sich aber dann in irgendeiner Form nicht qualifiziert, schaut er auch nicht durch die rosarote Brille. Er respektiert denjenigen weiterhin, denkt sich aber seinen eigenen Teil.

    Ich habe keine wirkliche eigene Meinung zu den Zeugen. Mir kommen sie zu Sektenmäßig rüber und es nervt mich, dass sie regelmäßig anklingeln und über Gott reden wollen. Da sage ich dann entweder dass ich *pardon* Satanist oder Atheist bin. Nur so wird man sie schnell los. Wenn man sagt “ja ich glaube an Gott” oder sich anderweitig gesprächsbereit zeigt, wird man sie nicht los und Erfahrungsgemäß können die nicht diskutieren, weil sie für Gegenargumente nicht offen sind. Das ist schade, eigentlich führe ich gerne eine ordentliche Diskussion.

    Ich würde mir wünschen, dass jeder so glauben und leben darf wie er will UND wie es mit der restlich-menschlichen Gemeinschaft vereinbar ist. Also wenn jemand einen Stein anbeten will, dann soll er das tun, wenn jemand lieber im Gotteshaus betet, dann soll er das tun. Und so weiter. Was ich nicht mag ist, wenn jemand seine Weise den anderen aufzwingen will oder so Sätze wie “ihr macht das falsch, nur so ists richtig” denn ich finde, da gibts kein Richtig und falsch, jeder muss seinen Weg selbst finden. Und das ohne von der Familie verstoßen zu werden, nur weil er/sie anders ist.


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