Verfasst von: Blogolade | 3. Dezember 2012

St. Martin ritt durch Schnee und Wind

Die roten Ziffern an der Decke zeigten nachtschlafende Zeit. 4:02 Was hat mich geweckt? War was? Ich bin weit weg, das Bett wunderbar warm, die Decke schmiegt sich kuschelig um meinen Hals und befördert mich zurück auf die Zuckerwattewolke. “Mama” ertönt es mit Leidensstimme, ganz leise und müde. Also war das vorhin doch keine Einbildung. Die Stimme klang sehr müde, also bleibe ich erstmal liegen und genieße die wohlige Wärme. Hach, ist das herrlich. “Mama” erklingt es schon etwas dringender. Noch nicht dringend genug. Ich drehe mich um. “Mama!” oh, jetzt ruft er schon mit Ausrufezeichen. Dann muss ich wohl. Langsam quäle ich mich aus dem Bett. Gehe ich vorher schnell auf Toilette oder danach? Ich entschließe mich für letzteres. Söhnchen liegt in seinem Bett. Er hat den Schnuller im Mund. Mist, ich dachte mein Problem wäre schnell erledigt. Ich streichle ihn “schlaf weiter” als ich wieder rausgehen will, protestiert er. Hmpf. “Mama hinlegen” er tätschelt das Bett neben sich. Ich mag nicht. Mein Bett war so schön warm. “Mama net rausgehen!” ist ja gut. “Dann komm mit” darauf hat er gewartet, er steht gleich auf und streckt mir seine Arme entgegen. Wer kann einem kleinen Kind da böse sein? Wir gehen ins große Bett, Söhnchen macht es sich auf Papas Seite gemütlich. So habe ich noch genug Platz um bequem zu schlafendösen. Zehn Minuten später “Pipi machen” Ja, gute Idee, mir drückts ja auch. Also raus aus dem Schlafsack, Söhnchen geht aufs Gästeklo, ich gehe derweil ins große Bad. Wieder ins Bett, zudecken, warmkuscheln. Wieso hat der Kerl so schnell so kalte Füße? Aber er kuschelt gerne und lässt sich bereitwillig beschmusen. An der Decke steht in roten Ziffern 5 Uhr, als ich mich umgedreht habe um noch ein bisschen zu schlafen. Kurz drauf beginnt er leise zu singen “Sankt Maaatin, Sahankt Maaaaatin, Sankt Matin ritt durch Snee und Wind…” uff. Die Textfetzen werden immer länger, je weiter die Uhr voranschreitet. Um halb sechs klingelt mein Wecker und der Kerl freut sich wie ein Schneekönig, dass ich das Licht anmache. Schon singt er so laut er kann voller Inbrunst “Latärne, Latärne, Sonne, Mon und Terne” noch bevor ich überhaupt angezogen bin.

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Responses

  1. Erinnert mich an unsere vorletzte Nacht. Der Große war der Meinung, halb 5 mal das Licht anmachen zu müssen. Blöd, dass der Kleine im selben Zimmer schläft. 45 Minuten später wiederholte er es noch mal, weil es ja so schön war. Eine viertel Stunde später haben wir aufgegeben und es sind alle aufgestanden.
    *gäääähn*


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